Pinkeln nach Plan

Es gibt im Internet ja die ungewöhnlichsten Sachen, aber dieses Projekt stellt alle von mir bis jetzt gesehenen Projekte an Kreativität in den Schatten. Stell dir mal vor, du sitzt im Kino und guckst einen sehr spannenden Film mit Überlänge und neben dir steht der 1,5-Liter-XXL-Jumbo Colabecher für 12€. Du bist also für mindestens 2 Stunden an den Kinosessel gefesselt.

Nunja, wie das so ist bei dem Flüssigkeitkonsum, musst du natürlich auch irgendwann mal zur Toilette. Aber wann ist genau der richtige Moment dazu? Es geht hier jetzt nicht um den biologischen richtigen Moment (der wahrscheinlich längst überschritten ist), sondern den “filmerischen” richtigen Moment.

Woher weißt du, dass in den nächsten 5 Minuten keine wichtige, für die Story fundamentale Szene kommt?!?

Wenn  du den Film nicht alleine guckst, dann hast du fast schon gewonnen. Du gehst einfach los, beeilst dich (max 2 Minuten) und kommst zurück. Wenn du etwas wichtiges verpasst hast, lässt du es dir eben (z.B. von deinem Kumpel) zusammenfassen.

Beim Frauen ist der Fall schon schwieriger. Unsere weiblichen Artgenossen haben ja die wunderbare Eigenschaft immer in Kleingruppen aufs Klo zu gehen. Da hilft dieser Trick natürlich nicht. ;)

Aber nun zurück zum Problem. Du sitzt also im Kino und deine Blase drückt…

Klar, denkst du jetzt. Ist doch einfach: Ich warte einfach bis der Film den Anschein erweckt, dass eine etwas langweiligere Szene folgt, dann renne ich los…

Die Chance mit dieser Strategie Erfolg zu haben ist gar nicht mal so klein aber immernoch zu groß, dachte der 42-jährige Flash-Entwickler Dan Florio. Er hatte, als er im dreistündigen «King-Kong»-Remake saß und das Bedürfnis der Blase mit dem cineastischen in einen heftigen Konflikt geriet, eine einfache aber geniale Idee:

Er schaut sich (fast) alle neu in die Kinos kommenden Filme an und dokumentiert genau die etwas ruhigeren Passagen. Diese Zeitempfehlungen stellt er dann auf seiner Homepage RunPee.com jedem Kinoliebhaber zur Verfügung. Je spannender der Film ist, desto schwieriger ist natürlich die Suche nach einer geeigneten Pinkelpause, aber bei den meisten Filmen besteht an irgendeiner Stelle immer die Möglichkeit kurz weg zu sein und trotzdem nicht allzuviel zu verpassen.

Nach ungefähr 32, 45, 65, 85 107 und 152 Minuten bieten sich dem Publikum von Harry Potter und der Halbblutprinz die besten Gelegenheiten, um – ganz schnell aufs Klo zu rennen, zu pinkeln was das Zeug hält und exakt vier Minuten später wieder im Kinosessel zu hocken. Vier Minuten! Nicht mehr und nicht weniger.

Seine Idee ist sogar so erfolgreich, dass er  mit dem von ihm entwickelten Tool für das Apple iPhone im ersten Monat ca 800 Dollar (570 Euro) verdienen wird (Details auf derwesten.de). Eine Marktlücke hat er auf jeden Fall erwischt.

Fazit:

Meiner Meinung nach eine schicke Idee, jedoch macht es nur bei Kinofilmen wirklich Sinn. Zu Hause im Fernsehen hat man sowieso Werbepausen und beim DVD-Player drückt man mal eben kurz auf “Pause”. Problematisch wird es nur bei spontanen Kinobesuchen, wo man sich nicht einfach so vorher informieren kann.

Da bin ich ehrlich gespannt, wann die ersten “Pinkelempfehlungen” aus Hollywood vor dem Film im Vorspann laufen oder neben den Schauspielernamen verschiedene Pinkelpausenangebote auf den Filmpostern zu sehen sind…

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